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Jahreskonferenz des Projekts „Synagogengedenkbuch Hessen“

Landjudentum. Aspekte jüdisch-nichtjüdischer Nachbarschaften im ländlichen Raum seit dem Mittelalter
Noch bis weit ins 19. Jahrhundert lebte die Mehrheit der Jüdinnen und Juden in Deutschland auf dem Land. In den Dörfern und kleinen Städten hatte sich über die Jahrhunderte hinweg eine vielfältige jüdische Kultur, Ökonomie und Topographie entwickelt, die in besonders enger räumlicher und sozialer Nachbarschaft zur nichtjüdischen Gesellschaft stand. Hier fanden Jüdinnen und Juden Aufnahme nach Vertreibungen aus den großen Städten, erlebten aber auch Anfeindungen, Schikanen und Ausgrenzungen. Der Nationalsozialismus hat diese Form jüdischen Lebens in Deutschland ebenso brutal wie endgültig zerstört. Die Konferenz untersucht das Landjudentum als bedeutenden, heute aber weithin vergessenen Teil der jüdischen Geschichte aus unterschiedlichen historischen Perspektiven und mit Blick auf verschiedene regionale Ausprägungen. Sie spannt dabei einen Bogen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert.

Die Konferenz ist Teil des Projekts Zerbrechliche Nachbarschaft: Gedenkbuch der Synagogen und jüdischen Gemeinden in Hessen, das die Geschichte der hessischen jüdischen Gemeinden und ihrer Synagogen erforscht und dokumentiert. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Konferenz am Sonntag, dem 23. November, wird der erste Band des Gedenkbuchs der Öffentlichkeit präsentiert.
Eine Anmeldung zur Konferenz ist nicht erforderlich.



