Veranstaltung

Forschungskolloquium des Promotionskollegs Gebrochene Traditionen

Berlin

Vortrag im Rahmen des Forschungskolloquiums des Promotionskollegs „Gebrochene Traditionen? Jüdische Literatur, Philosophie und Musik im NS-Deutschland“, das von den Lehrstühlen von Prof. Dr. Kerstin Schoor (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder), Prof. Dr. Christian Wiese (Goethe-Universität Frankfurt/Main) und Prof. Dr. Jascha Nemtsov (Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar) betreut wird.

Prof. Dr. Galili Shahar (Tel Aviv): „Der Paria. Ein jüdischer Witz? Hannah Arendt und die verborgene Tradition“ (Gastvortrag)

In ihren Essays über die verborgene Tradition, die in verschiedenen Fassungen in den 1940er Jahren publiziert wurden, hatte Hannah Arendt ihre Hauptthese über die Figur des Parias dargestellt, und zwar als Beitrag deutsch-jüdischer Autoren, die mit dieser Figur einer verbannten Gestalt, eines Außenseiters, ihre eigene historische Erfahrung in Wort und Bild zum Ausdruck brachten. Die These Arendts gewinnt an Komplexität, wenn wir ihre Fallstudien zu Heine, Lazare, Chaplin und Kafka als „jüdische Witze“ lesen, in denen Trauer, Elend und Verlust, aber auch Selbstironie, Widerstand und demokratisches Denken zu erahnen sind. Im Fall von Heine, den wir im zweiten Teil des Vortrags ausführlich diskutieren werden, verbirgt sich aber eine andere, „verborgene“ Gestalt, eine arabisch-jüdische, deren Bedeutung sich erst noch entfalten wird.

Weitere Informationen zum Promotionskolleg: https://gebrochene-traditionen.de